Vegane Optionen sind längst Standard in Berlins Specialty-Cafés. Hafermilch-Latte und vegane Snacks dominieren die Menüs, getrieben durch steigende Nachfrage von gesundheitsbewussten Konsumenten, Flexitariern und Veganern. Berlin gilt als Vorreiter für pflanzliche Ernährung, mit über 40 veganen Cafés und hunderten Restaurants, die vegane Alternativen anbieten.
Wichtige Fakten:
- Marktboom: Der Marktwert pflanzlicher Milchalternativen erreichte 2024 über 38 Mrd. US-Dollar.
- Hafermilch dominiert: 50 % Marktanteil, beliebt durch Barista-Editionen.
- Nachfragegruppen: „Self-Optimizer“, „Meaning-Seeker“ und „Hip Foodies“ treiben den Trend.
- Gesundheit: 75 % der Weltbevölkerung leiden an Laktoseintoleranz.
- Berlin als Hotspot: Junge, aufgeschlossene Szene fördert vegane Innovationen.
Vegane Optionen sind nicht nur ein Trend, sondern ein Zeichen für den Wandel hin zu bewussterem Konsum und nachhaltigen Werten.
Vegane Optionen im Specialty Coffee: Zahlen & Fakten 2024
Warum die Nachfrage nach veganen Optionen in Berliner Cafés wächst
Wer die Nachfrage antreibt: Demografie und Lifestyle
Laut Marktforschung ist der typische vegane Konsument in Deutschland etwa 31 Jahre alt, weiblich und gut ausgebildet. Doch nicht nur Veganer allein treiben die Nachfrage an – auch Flexitarier, die tierische Produkte bewusst reduzieren, gehören zur Zielgruppe. Ernährungsforscherin Hanni Rützler beschreibt den Wandel treffend:
„Das Bewusstsein für gutes und gesundes Essen wächst … Essen ist in Zeiten des Überflusses mehr als nur Hunger stillen, sondern ein Mittel zur Selbstdarstellung."
Die Konsumenten lassen sich grob in drei Gruppen einteilen: „Self-Optimizer“, die sich durch vegane Ernährung gesünder und leistungsfähiger fühlen wollen; „Meaning-Seeker“, die ethische und nachhaltige Werte in den Vordergrund stellen; und „Hip Foodies“, die Trends setzen und Neues ausprobieren. Diese Gruppen prägen die Szene in besten Cafés in Nord-Berlin und spiegeln sich im steigenden Interesse an pflanzlichen Lebensmitteln wider.
Pflanzliche Milch und Lebensmittel: ein wachsender Markt
Der Markt für pflanzliche Milchalternativen boomt: Zwischen 2020 und 2022 stiegen die Verkäufe in Europa um 49 %. Deutschland nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein, mit einem Umsatz von 520 Mio. € – dem höchsten in Europa. Gleichzeitig sank der Pro-Kopf-Verbrauch von Kuhmilch 2021 auf ein Rekordtief von 47,8 kg.
Besonders Hafermilch hat sich als Favorit etabliert und macht fast 50 % des Marktes aus. Ein wichtiger Faktor für diesen Erfolg sind die sogenannten „Barista Editions“. Diese speziell entwickelten Varianten bieten die perfekte Textur und den passenden Geschmack für Espresso-Getränke, ohne den Charakter des Kaffees zu überdecken. Diese Entwicklungen unterstreichen Berlins Ruf als Hotspot für vegane Ernährung und Innovation.
Warum Berlin besonders ist
Berlin wird oft als Europas „Veggie Capital“ bezeichnet. Mit 40 bis 50 rein veganen Cafés und über 300 Restaurants, die vegane Optionen anbieten, zeigt die Stadt, wie vielseitig pflanzliche Küche sein kann.
Hanni Rützler beschreibt die Stadt so:
„Berlin ist jung, bunt und sehr aufgeschlossen. Die Menschen probieren gerne neue Dinge aus."
Ein Beispiel für Berlins Innovationsgeist ist das Bonvivant Cocktail Bistro. Unter der Leitung von Küchenchef Nikodemus Berger stellte es Anfang 2026 sein Brunch-Menü vollständig auf vegane Zutaten um – und behielt sowohl seinen Michelin-Stern als auch den Green Star für Nachhaltigkeit, den es 2025 erhalten hatte. Der Michelin Guide lobte das Konzept:
„Das Fehlen von Fleisch und Fisch schmälert das Erlebnis in keiner Weise."
Diese Entwicklungen zeigen, warum Berlin eine Vorreiterrolle bei veganen Optionen einnimmt – besonders in der Specialty-Coffee-Szene, die weiterhin Raum für kreative Ansätze bietet.
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Was Cafés dazu bringt, vegane Menüs anzubieten
Gesundheit als Antrieb für pflanzliche Alternativen
Ein entscheidender Grund, warum Gäste in Cafés zu pflanzlicher Milch greifen, ist die Gesundheit: Etwa 75 % der erwachsenen Weltbevölkerung leiden an Laktoseintoleranz. Für diese Menschen ist die Wahl von Hafer- oder Sojamilch keine Frage des Geschmacks, sondern eine Notwendigkeit. Zudem sind viele pflanzliche Milchsorten mit wichtigen Nährstoffen wie Kalzium, Vitamin B12 und Vitamin D angereichert, was besonders gesundheitsbewusste Konsumenten anspricht. Hafermilch bringt darüber hinaus Ballaststoffe mit, die die Verdauung fördern und helfen können, den Cholesterinspiegel zu senken. Diese gesundheitlichen Vorteile ergänzen die ethischen Überlegungen vieler Gäste und beeinflussen ihre Kaufentscheidungen.
Umwelt und Tierwohl als Kaufmotive
Neben gesundheitlichen Gründen spielen ethische Werte eine immer größere Rolle. Journalist Enno Kramer fasst die Berliner Café-Kultur treffend zusammen:
„Oft wurden mit dem tierfreien Essen auch gleich Moral und Haltung mitserviert. Nach dem Motto: Alles fürs Tierwohl und Meat is murder!"
Vor allem die jüngere Generation treibt diesen Wandel voran. 54 % der Generation Z verzichten bewusst auf Fleisch und andere tierische Produkte, während dies bei den Babyboomern nur 34 % tun. Für Specialty Coffee Shops ist das eine klare Botschaft: Ohne pflanzliche Alternativen läuft man Gefahr, einen wachsenden Teil der Kundschaft zu verlieren.
Wie Berlins Stadtkultur vegane Trends formt
Die Kombination aus gesundheitlichen und ethischen Überzeugungen spiegelt sich stark in Berlins lebendiger Café-Szene wider. Was einst auf Stadtteile wie Kreuzberg oder Neukölln beschränkt war, ist heute in fast jedem Viertel zu finden – von Mitte bis Prenzlauer Berg. In Berlin ist Kaffeekultur oft mit politischem Bewusstsein verknüpft.
Ein Beispiel dafür ist David Krause, Betreiber der Coffeebar „Leuchtstoff" in Berlin-Neukölln. Im August 2025 organisierte er gemeinsam mit einer lokalen Rösterei eine Protestaktion gegen die steuerliche Ungleichbehandlung von pflanzlicher Milch und Kuhmilch. Dabei wurde Kaffee kostenlos ausgegeben. Solche Aktionen zeigen, wie Berliner Cafés gesellschaftliche Themen aktiv in die Specialty-Coffee-Szene einbringen und weit mehr sind als bloße Treffpunkte für Kaffeeliebhaber.
Wie Specialty Coffee Shops vegane Optionen in der Praxis umsetzen
### Barista-Fähigkeiten und Produktqualität mit pflanzlicher Milch
Pflanzliche Milch verhält sich beim Aufschäumen anders als Kuhmilch. Deshalb setzen viele Baristas auf spezielle Barista-Editionen pflanzlicher Milch, die mit Stabilisatoren versehen sind. Diese erleichtern das Aufschäumen und verhindern, dass die Milch beim Kontakt mit heißem Espresso ausflockt. Ein bewährter Trick: Die pflanzliche Milch zuerst in die Tasse geben und erst dann den Kaffee hinzufügen. Dabei ist es wichtig, die richtige Temperatur zu beachten. Mandelmilch sollte nicht über 55 °C erhitzt werden, während Soja- und Erbsenmilch bis etwa 65 °C stabil bleiben.
Preisgestaltung, Margen und Menüplanung
Nach den technischen Herausforderungen folgt die wirtschaftliche Seite. Die Kalkulation veganer Optionen erfordert eine durchdachte Menüplanung, um Mehrkosten auszugleichen. Pflanzliche Milch ist häufig teurer als Kuhmilch und wird zudem steuerlich anders behandelt, was die Margen beeinflussen kann. Dennoch verzichten viele Cafés auf einen Aufpreis, um vegane Optionen attraktiver zu machen und langfristig zu etablieren.
Fallbeispiel: Wie Berliner Cafés wie Kiez Kaffee Kraft vegane Produkte integrieren

Ein Blick auf Kiez Kaffee Kraft zeigt, wie vegane Angebote erfolgreich umgesetzt werden können. Mit Standorten in Prenzlauer Berg, Pankow und Moabit setzt das Café auf ethisch bezogene, Bio-zertifizierte und Fair-Trade-Kaffeebohnen. Dieser Ansatz spricht nicht nur ökologisch bewusste Gäste an, sondern harmoniert auch mit den Werten vieler veganer Kunden.
Zusätzlich bietet das Café hausgemachte vegane Spezialitäten wie den CHAI Tee, der handgemacht und explizit vegan ist. Dieser ist sogar im Online-Shop erhältlich. Der wirtschaftliche Erfolg solcher Konzepte zeigt sich auch in Zahlen: Die Berliner Supermarktkette Veganz steigerte ihren Jahresumsatz zwischen 2011 und 2015 von 1,6 Millionen Euro auf 24 Millionen Euro, unter anderem durch die Expansion in den Großhandel mit Partnern wie Edeka und Rewe.
Durch die Kombination aus technischer Expertise und präziser Kalkulation beweisen Cafés wie Kiez Kaffee Kraft, dass vegane Angebote sowohl qualitativ hochwertig als auch wirtschaftlich tragfähig sein können.
Wohin sich vegane Optionen in Berlins Specialty Coffee Szene entwickeln
Kommende Trends bei pflanzlichen Kaffeeprodukten
Eine spannende Entwicklung: Erbsenmilch wird in Specialty Cafés immer beliebter. Sie punktet mit ihrem hohen Proteingehalt, einer cremigen Konsistenz und stabilem Schaum – und das alles bei einem neutralen Geschmack. Gleichzeitig schaffen es Zutaten wie Matcha, Ube und Yuzu in den Mainstream. Ein Beispiel ist der lila Ube-Latte, der durch seine auffällige Optik neue Zielgruppen anspricht.
Auch die Technologie entwickelt sich weiter: Automatisierte Milchsysteme wie das Twin Milk-System ermöglichen es Cafés, verschiedene Milchsorten parallel zu verwenden, ohne dass es zu Kreuzkontaminationen kommt. Außerdem können die Temperatur und der Schaum individuell angepasst werden. Solche Entwicklungen eröffnen neue Möglichkeiten für vegane Getränke, stellen aber auch neue Anforderungen an Cafés.
Wie Berliner Cafés wie Kiez Kaffee Kraft den Kurs halten können
Cafés, die frühzeitig auf Qualität und Werte gesetzt haben, stehen gut da. Kiez Kaffee Kraft kombiniert beispielsweise ethisch bezogene, Bio-zertifizierte Bohnen mit Eigenkreationen wie hausgemachtem CHAI Tee. Zukünftig wird Personalisierung immer wichtiger: 75 % der Gen-Z-Konsumenten passen ihre Getränke aktiv an. Wer diesen Trend mit pflanzlichen Optionen verbindet, schafft eine stärkere Kundenbindung und bleibt relevant in Berlins Specialty-Coffee-Szene.
„The success of the ube latte, for instance, has shown that customers enjoy novelty and look forward to these short-lived menu additions." – Corin Camenisch, Global Marketing & Brand Strategy Lead, SumUp
Neben den Chancen gibt es jedoch auch Herausforderungen, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen.
Offene Fragen und verbleibende Herausforderungen
Ein großes Hindernis bleibt die ungleiche Mehrwertsteuerbehandlung von pflanzlicher Milch und Kuhmilch in Deutschland, die die Margen belastet. Außerdem zeigt sich eine Veränderung im Markt: In einigen Bezirken Berlins, wie Mitte, kehren zuvor rein vegane Lokale zu flexibleren Menüs zurück und integrieren wieder tierische Produkte. Das deutet jedoch nicht auf das Ende des Trends hin, sondern auf eine Reifung des Marktes. Qualität und Flexibilität rücken in den Vordergrund, während das Label „vegan“ allein weniger entscheidend wird. Für Cafés bedeutet das: Es kommt darauf an, was sie tatsächlich anbieten, nicht nur darauf, wie sie es nennen.
Milch im Wandel der Zeit - Kuhmilch und ihre Alternativen für den perfekten Kaffeegenuss
FAQs
Welche Pflanzenmilch passt am besten zu Espresso?
Ungesüßte Sojamilch ist oft die beste Wahl für Espresso. Sie überzeugt durch ihre cremige Konsistenz und ihren neutralen Geschmack, der den charakteristischen Geschmack des Espressos nicht überlagert.
Warum flockt Pflanzenmilch im Kaffee manchmal?
Pflanzenmilch kann im Kaffee flocken, weil ihre Inhaltsstoffe wie Proteine und Fette bei hohen Temperaturen gerinnen. Dieses Gerinnen führt zur Bildung von Klümpchen, was besonders bei säurehaltigem Kaffee oder bei Milch, die nicht richtig erhitzt wurde, auftreten kann.
Warum ist Pflanzenmilch im Café oft teurer?
Pflanzenmilch kostet oft mehr, weil ihre Herstellung und Verarbeitung komplexer ist. Außerdem sind die Produktionskosten für qualitativ hochwertige und ethisch hergestellte Alternativen in der Regel höher. Diese zusätzlichen Ausgaben schlagen sich direkt in den Preisen nieder.