Berlin hat sich zu einem der spannendsten Orte für Third Wave Coffee in Europa entwickelt. Von Direct Trade bis hin zu innovativen Brühmethoden: Die Hauptstadt bietet eine beeindruckende Vielfalt an Röstereien und Cafés, die Kaffee als Handwerkskunst zelebrieren. Hier sind die besten Adressen, die du kennen solltest:
- Kiez Kaffee Kraft: Familiäres Café mit Batch Brewing und hausgemachtem Bananenbrot.
- 19grams: Australisches Flair, exklusive Kaffees wie Pink Bourbon und Barista-Workshops.
- The Barn: Fokus auf Single-Origin-Kaffees und minimalistischem Design.
- Bonanza Coffee Roasters: Pioniere der Bewegung, bekannt für helle Röstungen.
- Röststätte: Spezialisiert auf Microlots und experimentelle Fermentationen.
- Five Elephant: Nachhaltiger Kaffee und legendärer Cheesecake.
- Cafelix: Tel Aviv trifft Berlin, mit Fokus auf Filterkaffee.
- Chapter One: Slow Coffee mit Siphon Brew Bar.
- No Fire No Glory: Präzise Zubereitung und biodynamische Milch.
Plane deine Kaffeetour nach Kiez, um die Vielfalt Berlins optimal zu erleben. Jeder Bezirk bietet einzigartige Cafés, die Qualität, Präzision und Leidenschaft in den Mittelpunkt stellen.
Berlin Third Wave Coffee Guide: 9 Best Specialty Cafés Compared
Top 6 coffee spots in Berlin ☕- Ranking third wave coffee shop
1. Kiez Kaffee Kraft

Seit seiner Gründung im Jahr 2014 im Prenzlauer Berg hat sich Kiez Kaffee Kraft zu einer festen Größe in der Berliner Third Wave Coffee-Szene entwickelt. Das familiengeführte Unternehmen betreibt mittlerweile drei Standorte in Prenzlauer Berg, Pankow und Moabit. Dabei bleibt die Philosophie stets gleich: Kaffee dient hier als Brücke, um Menschen miteinander zu verbinden.
Specialty Coffee-Angebot
Im Mittelpunkt des Angebots steht die „Guten Morgen“-Espresso-Mischung (19,90 € für 500 g), die in Zusammenarbeit mit Field Coffee entwickelt wurde. Ergänzt wird das Sortiment durch weitere Sorten wie Milky Way, Cherry Ripe und Dark Horse. Für Abwechslung sorgen zudem hausgemachter Chai-Tee (250 g, 14,90 €), heiße Schokolade, Matcha und eine Auswahl an losen Tees.
Zubereitungsmethoden
Für eine gleichbleibend hohe Qualität setzt Kiez Kaffee Kraft auf Batch Brewing bei wechselnden Single-Origin-Kaffees. Wer eine individuellere Zubereitung bevorzugt, kann die Aeropress-Methode wählen. Diese manuelle Technik hebt die spezifischen Eigenschaften der Bohnen besonders hervor und bietet ein ganz persönliches Geschmackserlebnis.
Atmosphäre und Design
Neben der Qualität des Kaffees überzeugt Kiez Kaffee Kraft auch durch das einladende Ambiente.
„Bei Kiez Kaffee Kraft geht es um mehr als nur Kaffee – es geht um das Zusammenbringen von Menschen." – Kiez Kaffee Kraft
Alle Standorte strahlen eine warme und einladende Atmosphäre aus. Besonders der Standort in Pankow punktet mit einem großzügigen Innenhof, der zum Verweilen einlädt. Trotz des Wachstums bleibt das Unternehmen seinen Wurzeln treu und ist deutschlandweit bekannt als ein Ort, an dem Begegnungen und Gemeinschaft im Fokus stehen. Ein Highlight, das von Stammgästen immer wieder empfohlen wird, ist das hausgemachte Bananenbrot – ein absolutes Muss für jeden Besucher.
Kiez Kaffee Kraft vereint die Werte der Third Wave Coffee-Bewegung: Präzision, Qualität und das Gefühl von Gemeinschaft.
2. 19grams

19grams ist eine feste Größe in der facettenreichen Berliner Kaffee-Szene und kombiniert technische Präzision mit australischem Café-Flair. Seit 2002 – damals noch unter dem Namen „Tres Cabezas“ – prägt 19grams die Specialty Coffee-Szene der Hauptstadt. Heute betreibt das Unternehmen vier Standorte in Friedrichshain, Mitte und Kreuzberg und bleibt seiner Philosophie treu: exzellenter Kaffee, der mit Leidenschaft und Know-how zubereitet wird.
Specialty Coffee-Angebot
Das Herzstück des Angebots ist der „Little Flower"-Espresso, der mit fruchtigen und schokoladigen Aromen überzeugt, dabei aber keinerlei Säure aufweist. Besonders beeindruckend ist der 96-Stunden-Extended-Fermentation-Pink-Bourbon aus Kolumbien, dessen Geschmacksprofil an Rhabarbersoda und Erdbeere erinnert. Die Bohnen werden fünfmal pro Woche in kleinen Chargen auf einem Probat-Röster verarbeitet – mit individuellen Röstprofilen für Filter- und Espressozubereitungen. Dank der Direct Trade-Partnerschaften mit Farmern aus Costa Rica, Kolumbien und Äthiopien setzt 19grams auf faire Arbeitsbedingungen und nachhaltigen Anbau. Eine Tasse Kaffee kostet zwischen 3,00 und 5,00 €, während ein Besuch inklusive Speisen etwa 10,00 bis 20,00 € ausmacht.
Zubereitungsmethoden
Der Name „19grams" spiegelt die traditionelle australische Dosierung für einen doppelten Espresso wider – exakt 19 Gramm gemahlener Kaffee. Neben klassischen Espresso-Varianten bieten die Cafés wechselnde Single-Origin-Filterkaffees und kreative Getränke wie den „Cold Brew Mont Blanc“. Ein Highlight ist der Standort am Alexanderplatz: Hier kann man mittwochs den Röstprozess live durch eine Glaswand verfolgen. Die Liebe zum Detail zeigt sich in jeder Tasse und im gesamten Erlebnis.
Atmosphäre und Design
Die Cafés von 19grams bestechen durch ein reduziertes, industrielles Design. Holz, Metall und viel natürliches Licht schaffen eine angenehme Atmosphäre, die den Fokus auf die Kunst der Kaffeezubereitung lenkt. Mit einer Gesamtbewertung von 4,7 von 5 Sternen und 4,9 von 5 Sternen für die Qualität der Rohstoffe und Zubereitung wird der hohe Standard von Gästen immer wieder bestätigt. Neben erstklassigem Kaffee gibt es eine Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten, darunter pochierte Eier und Rote-Bete-Patties.
Zusätzliche Services
Der Standort am Alexanderplatz dient nicht nur als Café und Rösterei, sondern auch als zertifiziertes Schulungszentrum für Barista-Workshops. Für alle, die ihre Leidenschaft für Kaffee auch zu Hause ausleben möchten, bietet der Online-Shop eine wechselnde Auswahl an frisch gerösteten Bohnen – mit schnellem Versand und kundenfreundlichem Service.
3. The Barn

The Barn ist seit 2010 ein zentraler Akteur der europäischen Specialty Coffee-Szene und hat sich klar positioniert: keine Blends, nur Single-Origin-Kaffees. Jede Bohne wird bis zur Farm zurückverfolgt, um sowohl das Terroir als auch die Arbeit der Kaffeebauern zu würdigen. Geröstet wird auf einem modernisierten Probat-Trommelröster aus dem Jahr 1955 – ein handwerklicher Ansatz, der durch eine helle Röstung die natürlichen Fruchtaromen der Arabica-Bohnen im Vergleich zu Robusta bewahrt . Diese Präzision und Hingabe prägen den unverwechselbaren Stil von The Barn.
Specialty Coffee-Angebot
Das Angebot reicht von klassischen Single-Origin-Bohnen, wie beispielsweise Los Naranjales aus Guatemala (18,70 € für 250 g), bis hin zu Specialty-Instantkaffee (15,95 €) und praktischen Drip Bags (18,70 €). Doch The Barn geht noch weiter: Durch kreative Kooperationen entstehen Produkte wie Coffee Kombucha mit ROY oder Coffee Beer mit BRLO. Für Abwechslung sorgt das „Roasters Choice"-Abo, das saisonal wechselnde Single-Origin-Kaffees bietet . Die Auszeichnung als „Roaster of the Year 2025" durch das Crema Magazine untermauert den hohen Qualitätsanspruch .
Zubereitungsmethoden
In den Cafés setzt The Barn auf erstklassige Technik. Zum Einsatz kommen unter anderem La Marzocco PB-X-Maschinen, EK43-Mühlen und eine Marco Brew Bar für handgefilterten Kaffee. Besonders in der Filiale an der Schönhauser Allee können Gäste an der Display Brew Bar Zubereitungsarten wie Hario V60, Chemex oder AeroPress erleben. Dabei fließt das tägliche Feedback der Baristas direkt in die Röstprofile ein – ein kontinuierlicher Prozess, der für gleichbleibend hohe Qualität sorgt.
Atmosphäre und Design
Minimalismus steht im Mittelpunkt: Ein 8 Meter langer Terrazzo-Tresen, rohe Eichenholzbänke und Eames-Stühle schaffen eine klare, reduzierte Ästhetik. Zucker und aufgeschäumte Milch sucht man vergeblich – der Fokus liegt ausschließlich auf dem puren Kaffeegeschmack. In vielen Filialen gelten zudem klare Regeln: Keine Kinderwagen, keine Hunde, keine Laptops. Diese Philosophie mag polarisieren, verfolgt jedoch ein klares Ziel:
„Wir möchten jede Ablenkung vom Kaffeegenuss auf ein Maximum reduzieren – um das reinste und hochwertigste Kaffeeerlebnis zu ermöglichen." – THE BARN Coffee Roasters
Zusätzliche Services
Neben dem klassischen Café-Erlebnis bietet The Barn Barista-Workshops und betreibt einen internationalen Online-Shop, der die Berliner Spezialitäten-Kaffeekultur weltweit zugänglich macht. Besucher können in der offen gestalteten Rösterei den gesamten Röstprozess live miterleben und sich mit den Experten austauschen. Mit Filialen in Berlin, München, London, Dubai und Seoul bleibt The Barn dennoch fest in der Berliner Specialty Coffee-Szene verwurzelt .
4. Bonanza Coffee Roasters

Bonanza Coffee Roasters, gegründet im Jahr 2006, hatte 2007 einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Third-Wave-Kaffeeszene in Berlin. Ihre Röstphilosophie, treffend als „Retro Innovation“ bezeichnet, vereint traditionelle und moderne Rösttechniken. Dabei werden die Bohnen bewusst nur minimal geröstet, um die natürlichen Aromen, die Klarheit und die Süße der Bohne hervorzuheben, anstatt den typischen Röstaromen den Vorrang zu geben. Diese Herangehensweise spiegelt sich in einem abwechslungsreichen Sortiment wider.
Specialty Coffee-Angebot
Das Angebot umfasst saisonal wechselnde Single-Origin-Kaffees, die aus fairem Direkthandel stammen. Besonders hervorzuheben ist der „Gogogu“ aus Äthiopien, der mit Noten von Milchschokolade, braunem Zucker und Nektarine überzeugt. Je nach Packungsgröße liegt der Preis zwischen 17,40 € und 58,50 €. Für Neulinge gibt es spezielle Sets, wie das Discovery Set (3 × 250 g für 47,00 €) oder das Filter Set (3 × 250 g für 51,00 €), die einen umfassenden Einblick in die verschiedenen Geschmacksrichtungen bieten. Ein Espresso vor Ort kostet 3,40 €.
Zubereitungsmethoden
Bonanza setzt auf hochwertiges Equipment, darunter die Kees van der Westen Spirit Espressomaschine, sowie auf diverse Slow-Brew-Methoden. In der Rösterei in Kreuzberg können Gäste eine Filter Tasting Flight genießen – eine Verkostung mehrerer Single-Origin-Kaffees, die die Vielfalt der Aromen erlebbar macht. Durch die helle Röstung entsteht ein besonders „seidig-weicher“ Flat White, der regelmäßig für seine Qualität gelobt wird [2, 28]. Diese technische Präzision wird durch das besondere Ambiente an den Standorten perfekt ergänzt.
Atmosphäre und Design
Die Standorte von Bonanza sind geprägt von Industrial-Chic: Sichtbeton, minimalistische Metallmöbel und eine klare Ästhetik schaffen eine ruhige und konzentrierte Atmosphäre. Die Rösterei in der Adalbertstraße 70 in Kreuzberg beeindruckt mit einem lichtdurchfluteten, doppelstöckigen Backsteingebäude. Eine große Glaswand trennt den Cafébereich von der Rösterei, sodass Besucher den Röstprozess live beobachten können [27, 1]. Am Standort im Prenzlauer Berg wird bewusst auf WLAN verzichtet, um den Fokus auf den Kaffee und die soziale Interaktion zu lenken.
Zusätzliche Services
Bonanza bietet nicht nur frische Röstungen für Heimbrüher an, die europaweit verschickt werden, sondern auch einen weltweiten Großhandel. Darüber hinaus umfasst das Sortiment die Marke „Bonanza Goods“, die unter anderem Longsleeves (39,90 €) und Baumwolltaschen (15,00 €) anbietet. Interessanterweise haben die Gründer von Concierge Coffee ihre Ausbildung ursprünglich bei Bonanza absolviert, was den prägenden Einfluss der Rösterei auf die Berliner Kaffeeszene unterstreicht. Bonanza verkörpert den Geist der Third-Wave-Kaffeeszene in Berlin, indem es Tradition und moderne Ansätze auf einzigartige Weise verbindet.
5. Röststätte

Die Röststätte, gegründet 2010/2011 von Yvonne und Ivo Weller, hat sich als Vorreiter in der Berliner Specialty-Coffee-Szene etabliert. Besonders bekannt ist die Rösterei für ihre exklusive „Reserve“-Linie. Diese umfasst Kaffees, die weniger als 5 % der weltweiten Ernte ausmachen und oft nur in sehr begrenzten Mengen verfügbar sind. Ein Highlight ist der „El Paraiso Natural Anaerobic“ aus Kolumbien, der mit außergewöhnlichen Aromen wie Weißwein, gelben Früchten und Gewürzen begeistert. Die Auswahl der Kaffees unterstreicht die innovative und hochwertige Ausrichtung der Röststätte.
Specialty Coffee-Angebot
Die Röststätte setzt auf ein „Trusted Trade“-Modell, bei dem grüner Kaffee direkt von Farmen und Kooperativen bezogen wird. So werden Preise gezahlt, die weit über dem Weltmarktniveau liegen. Viele der Filterkaffees und saisonalen Espressi stammen aus sogenannten Microlots – das sind Kaffees von Kleinbauern, die unter besonderen klimatischen Bedingungen einzigartige Geschmacksprofile entwickeln. Alle angebotenen Kaffees sind 100 % Arabica, handgepflückt und in schattigen Waldgärten angebaut. Mitgründer und Head Roaster Ivo Weller erklärt:
„Unser Ziel ist es, die verschiedenen Innovationen aus der Welt des Specialty Coffee hervorzuheben – von den renommiertesten Anbaugebieten bis hin zu experimentellen Fermentationsmethoden – solche Kaffees sind nur in kleinsten Mengen verfügbar und werden von uns mit größter Sorgfalt ausgewählt“.
Zubereitungsmethoden
Die technische Expertise der Röststätte spiegelt sich in der hochwertigen Ausstattung wider. Zum Einsatz kommt unter anderem die Victoria Arduino VA388 Black Eagle Gravitech, die nach Meinung vieler Gäste einen besonders geschmeidigen und nicht-säuerlichen Espresso liefert. Seit Dezember 2015 können Besucher an einer interaktiven Brew Bar wechselnde Single-Origin-Filterkaffees probieren. Die Röstung erfolgt sorgfältig von Hand mit einem 12-Kilogramm-Diedrich-Röster sowie einem modernen Loring S35 Kestrel-System, das direkt vom Verkaufsraum aus sichtbar ist. Diese Präzision hat sich auch in Wettbewerben bewährt: Nicole Battefeld holte 2018 den Meistertitel und erreichte 2019 den 5. Platz bei der Weltmeisterschaft.
Atmosphäre und Design
Die Röststätte in der Ackerstraße bietet eine einladende Mischung aus Gemütlichkeit und professionellem Flair. Violette Wildledersofas sorgen für eine warme Atmosphäre, während der große Showroom mit glänzenden Siebträgermaschinen die technische Expertise betont. Besucher können zudem durch die offene Gestaltung der Rösterei den handwerklichen Prozess hautnah miterleben.
Zusätzliche Services
Neben der Rösterei und dem Café betreibt die Röststätte eine Barista Academy, die professionelle Schulungen anbietet. Seit 2003 ist sie zudem bundesweiter Generalvertrieb für Victoria-Arduino-Maschinen. Das Sortiment umfasst außerdem kreative Produkte wie den „Cold Brew X“, einen spezialisierten Kaffeelikör. Mit der Kombination aus Rösterei, Café, Showroom und Schulungszentrum ist die Röststätte ein besonderer Ort für Kaffeeliebhaber in Berlin.
sbb-itb-f138b64
6. Five Elephant

Five Elephant ist ein Paradebeispiel für die Third Wave Coffee-Bewegung in Berlin. Gegründet 2010 in Kreuzberg, steht die Micro-Rösterei für soziale und ökologische Verantwortung. Die Gründer Kris und Sophie Schackman setzen auf Direct Trade und pflegen enge Beziehungen zu Farmen in Äthiopien, Kolumbien, Kenia, Brasilien und Ruanda. Diese Philosophie durchdringt jedes Detail des Angebots von Five Elephant.
Specialty Coffee-Angebot
Das Sortiment von Five Elephant umfasst eine wechselnde Auswahl an Single-Origin-Bohnen aus renommierten Anbaugebieten wie Uraga und Jimma (Äthiopien), Villa Betulia Java und Consacá (Kolumbien), Mogiana (Brasilien) und Vunga (Ruanda). Die Rösterei bietet zu jeder Jahreszeit etwa fünf verschiedene Espresso- und fünf Filter-Röstungen an. Ihr Ziel: den „Sweet Spot“ jeder Bohne zu finden und sowohl Qualität als auch Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten.
Zubereitungsmethoden
Um den Charakter ihrer Kaffees bestmöglich zur Geltung zu bringen, setzt Five Elephant auf eine Kombination aus manuellen und automatisierten Brühmethoden. Dazu gehören V60, AeroPress und Batch-Brews. In der Filiale an der Schwedter Straße sorgt die „Poursteady“-Maschine für präzise und schnelle Pour-Over-Zubereitungen, während im KaDeWe eine schlanke Modbar-Installation den Espresso-Prozess optimiert. Jeden Freitag von 12:00 bis 13:30 Uhr können Besucher bei öffentlichen Cuppings die sensorische Bewertung der Kaffees selbst erleben – ein Highlight für Kaffeeliebhaber.
Atmosphäre und Design
Die Cafés von Five Elephant zeichnen sich durch eine minimalistische, skandinavisch inspirierte Ästhetik aus. Das Original-Café in Kreuzberg bietet mit seinen Holzmöbeln und der ruhigen Lage in einer Wohnstraße echtes Kiez-Flair. Die Schwedter Straße wurde als „coffee-centric space“ gestaltet, während die Kreuzberger Filiale klare Regeln setzt: Laptops sind nur im hinteren Bereich erlaubt, um eine entspannte, soziale Atmosphäre zu fördern.
Zusätzliche Services
Neben exzellentem Kaffee bietet Five Elephant auch ein Coffee-Abo, Barista-Schulungen und technischen Support. Ab einem Bestellwert von 39 € erfolgt der Versand kostenlos. Ein besonderes Highlight ist der Philadelphia-Style-Cheesecake, der perfekt zu den Specialty-Brews passt und bei vielen Gästen Kultstatus genießt.
7. Cafelix Coffee Roasters

Seit ihrer Gründung im Jahr 2013 durch Philipp und Yael Schaefer bringt Cafelix ein Stück Tel Aviv nach Berlin – genauer gesagt, die dortige Kaffeekultur. Als Vorreiter der Third Wave-Bewegung in Israel hat sich die Rösterei einen Namen gemacht und eröffnete im Juni 2019 ihre erste Berliner Filiale im Prenzlauer Berg. Ihre Mission? Ein kompromissloser Fokus auf die Qualität des Kaffees. Und das meinen sie ernst – Trendgetränke wie Matcha sucht man hier vergeblich: "No, we don't serve matcha". Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Konzept, von der Auswahl der Bohnen bis hin zu den Brühmethoden.
Spezialitätenkaffee im Fokus
Die Philosophie von Cafelix spiegelt sich deutlich in ihrem Angebot wider. Im Sortiment finden sich ausschließlich light- bis medium-geröstete Bohnen, die direkt von Farmen bezogen werden, die auf nachhaltige und ethische Praktiken setzen. Die Rösterei teilt ihr Angebot in zwei Kategorien auf: Espresso-Röstungen, die durch ihre Ausgewogenheit und geringe Säure überzeugen, und Filter-Röstungen, die von lebhaft und experimentell bis hin zu subtil und nuanciert reichen. Zu den aktuellen Highlights gehören:
- Rwanda Bourbon (gewaschen): 13,00 €
- El Salvador Bourbon (gewaschen): 13,50 €
- Colombia Red Geisha (natural, light roast): 20,00 €
Letztere, die Colombia Red Geisha, gehört zu den besonders seltenen und exklusiven Varietäten, die regelmäßig im Sortiment auftauchen.
Perfekte Zubereitungsmethoden
Im Herzen des Cafés steht die La Marzocco Leva, eine manuelle Hebel-Espressomaschine, die durch präzise und händische Extraktionen besticht. Diese Maschine ist das Herzstück der Zubereitung und wird ergänzt durch Pour-Over-Methoden sowie Batch Brew. Wichtig: Jede Bohne ist klar gekennzeichnet, ob sie für Espresso oder Filter gedacht ist – ein Detail, das den Gästen die Auswahl erleichtert.
Ambiente und Design
Die Technik ist nur ein Teil des Erlebnisses – das Ambiente trägt ebenso dazu bei. Das Café in der Winsstraße 47 überzeugt mit einem minimalistischen Design, das auf klare Linien setzt und den Fokus auf den persönlichen Kontakt legt. Ein Hingucker ist die tiefblaue Theke, die laut Theresa Schlage die intensiven, beerenartigen Noten des Filterkaffees widerspiegelt: "The deep blue colour at the counter... reflects the intense berry-like notes you'll find in their filter coffee."
Die Atmosphäre wird als geschmackvoll und einladend beschrieben. Die freundliche Community und die positive Energie machen das Café zu einem idealen Ort – sei es für ein Date, zum Arbeiten oder für eine entspannte Mittagspause. Das Team punktet mit Kompetenz, ohne dabei überheblich zu wirken, und rundet das Erlebnis perfekt ab.
8. Chapter One

Ende 2011 eröffneten Nora Šmahelová und Björn Köppke das Chapter One in der Mittenwalder Straße 30 in Kreuzberg. Dieses Café hat sich ganz dem Konzept des Slow Coffee verschrieben und setzt auf Qualität statt Masse . Mit ihrer Erfahrung als Deutsche Barista-Meisterin von 2002 bringt Nora Šmahelová ihr technisches Wissen in jede Tasse ein. Statt selbst zu rösten, wählt Chapter One sorgfältig eine wechselnde Auswahl an Espresso- und Filterbohnen von renommierten europäischen Röstereien aus. Im Folgenden ein tieferer Einblick in das besondere Angebot des Cafés.
Spezialitätenkaffee-Angebot
Ein echtes Highlight: Die Espressobohnen wechseln täglich und stammen von verschiedenen europäischen Röstmeistern. Für Filterkaffee setzt Chapter One auf JB Kaffee sowie wechselnde Gast-Röster. Das Ergebnis? Gäste können jeden Tag neue Aromen und Geschmacksprofile entdecken.
Brühmethoden
Der Star der Zubereitung ist die Hikari-Siphon Brew Bar . Diese Vakuum-Brühmethode holt komplexe Aromen hervor und macht das Brühen zu einem kleinen Spektakel. Ergänzt wird das Angebot durch Hario V60 Pour-Over und erfrischenden Cold Brew . Besonders an heißen Tagen ist die Cold Press-Variante ein Muss. Die Baristas nehmen sich Zeit, um Gäste bei der Auswahl der Bohnen und der passenden Brühmethode zu beraten – ganz ohne aufdringlich zu sein.
Atmosphäre und Design
Von außen eher unscheinbar, entfaltet sich im Inneren des Cafés eine ganz besondere Atmosphäre. Warme, gemusterte Fliesen und die Siphon-Geräte verleihen dem Ort den Charme eines gemütlichen Wissenschaftslabors . Draußen sorgen schlichte Holzmöbel für einladende Sitzgelegenheiten. Die Atmosphäre ist bewusst bodenständig und freundlich – fernab von jeder aufgesetzten Coolness. Genau diese ehrliche Ausstrahlung macht Chapter One zu einem festen Favoriten der Berliner Kaffee-Community .
9. No Fire No Glory

Seit 2009 gehört No Fire No Glory zu den Vorreitern der Third Wave Coffee-Bewegung in Berlin. Ralf Berlit und Manuela Berger entdeckten die Philosophie hinter der Third Wave Coffee-Kultur und gaben daraufhin ihre Jobs im Catering auf, um etwas Neues zu schaffen. Ursprünglich in Friedrichshain eröffnet, zog das Café 2011 in die Rykestraße im Prenzlauer Berg um. Heute zählt es zu den Mitgliedern der Berlin Coffee Society – einer Gemeinschaft der besten Kaffeehäuser der Stadt. No Fire No Glory vereint Innovation und Gemeinschaftsgeist und verkörpert so die Essenz der Third Wave Coffee-Kultur. Dies zeigt sich besonders in seinem Angebot, den Brühmethoden und dem durchdachten Design.
Spezialitätenkaffee-Angebot
Die Kaffeebohnen im No Fire No Glory stammen von angesehenen Röstereien wie Bonanza, The Coffee Collective und Triple Co Roast. Die Bohnen werden hell geröstet, um ihre feinen Aromen hervorzuheben. Für Milchgetränke verwendet das Café biodynamische Milch aus Brodowin sowie erstklassige pflanzliche Alternativen. Ein internationales Team aus erfahrenen Baristas sorgt dafür, dass jeder Kaffee mit höchster Präzision zubereitet wird. Ergänzt wird das Angebot durch hausgemachte Sandwiches, Croissants und Kuchen, die perfekt zum Kaffee passen.
Brühmethoden
Die Espresso-Getränke werden mit einer Slayer Steam-Maschine zubereitet, die für ihre Präzision und Qualität bekannt ist. Für Fans manueller Zubereitungsmethoden bietet das Café AeroPress und Cold Drip an. Auf jedem Tisch liegen informative Menükarten, die die verschiedenen Kaffeesorten und Brühmethoden erklären. Diese kleine, aber durchdachte Geste lädt dazu ein, die Welt des Specialty Coffee näher kennenzulernen.
Atmosphäre und Design
Das Interieur von No Fire No Glory hebt sich durch eine moderne Gestaltung ab, die auf Holz und Metall setzt.
"The interior's emphasis on woods and metals feels like a refreshing change from the shabby-chic aesthetic of many Berlin cafes." – Laura Harker
Ein großer Holztresen dominiert den Hauptraum, während tief hängende Designer-Lampen warmes Licht spenden. Die Kombination aus natürlichen Materialien sorgt für ein modernes, aber dennoch einladendes Ambiente. Im hinteren Bereich bietet ein ruhiger Sitzbereich die Möglichkeit, entspannt zu verweilen, und die überdachte Außenterrasse lädt selbst an kühleren Tagen zum Genießen ein.
Tipps für das Erkunden der Berliner Kaffee-Szene
Berlins Specialty-Coffee-Szene konzentriert sich auf fünf zentrale Bezirke: Mitte, Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Neukölln und Friedrichshain. Eine gute Idee ist es, deine Touren nach Kiez zu planen, da viele der Top-Spots oft weniger als einen Kilometer voneinander entfernt liegen. Ein Beispiel dafür ist der „Mitte-Loop“, der am Alexanderplatz beginnt. Hier kannst du bei 19grams Alex und Röststätte starten und dann zu Fuß zu den Hackeschen Höfen weiterziehen. Neben der Nähe zwischen den Cafés solltest du auch die Öffnungszeiten und Preisunterschiede im Blick behalten.
Unter der Woche öffnen die meisten Cafés zwischen 08:00 und 08:30 Uhr, während sie am Wochenende meist erst ab 09:00 oder 10:00 Uhr starten. Die Preise für Specialty Coffee liegen typischerweise zwischen 3,50 € und 6,00 €, wobei die Preise in Mitte oft höher sind.
Auch der Zeitpunkt deines Besuchs kann entscheidend sein: The Barn in Mitte ist sonntagnachmittags angenehm leer, unter der Woche aber oft gut besucht. Bonanza Coffee wird am Wochenende, besonders sonntags, durch Besucher des Mauerpark-Flohmarkts sehr belebt. Silo Coffee ist vor allem während des Wochenend-Brunchs beliebt und nicht ideal für Laptop-Nutzer.
Ein guter Startpunkt für deine Tour ist die S-Bahn-Station Schönhauser Allee. Von hier aus erreichst du das gemütliche Kiez Kaffee Kraft-Café in nur 10 Minuten zu Fuß (0,8 km). In Kreuzberg lohnt es sich, dem Landwehrkanal zu folgen und Spots wie Concierge Coffee und Five Elephant zu besuchen, die etwa 1,2 km voneinander entfernt liegen. Wichtige Verkehrsknotenpunkte für Coffee-Touren sind der Alexanderplatz (Mitte), die Schönhauser Allee (Prenzlauer Berg) und der Görlitzer Bahnhof (Kreuzberg).
Fazit
Berlin ist zweifellos ein Hotspot für Kaffeeliebhaber und ein Schmelztiegel internationaler Einflüsse, der die Kaffeekultur auf ein neues Level hebt. Mit einem Mix aus australischen, amerikanischen und vietnamesischen Einflüssen hat die Stadt eine lebendige Specialty-Coffee-Szene entwickelt, die ihresgleichen sucht. Über 111 Specialty-Cafés sind in Berlin verteilt – fast wie ein urbanes Festival, das jeden Tag aufs Neue begeistert.
Die Berliner Third-Wave-Szene zeichnet sich besonders durch ihren kompromisslosen Fokus auf Qualität aus. Wegbereiter wie Bonanza (gegründet 2006) und The Barn (seit 2012) haben den Grundstein gelegt, während neue Akteure wie Kiez Kaffee Kraft, Chapter One und No Fire No Glory mit frischen Konzepten nachziehen. Direct Trade, helle Röstungen und die Transparenz der Herkunft stehen hier im Mittelpunkt und unterstreichen den handwerklichen Anspruch der Szene. Diese Werte spiegeln sich in der beeindruckenden Vielfalt der Cafés wider.
Von kleinen, charmanten Cafés bis hin zu Röstereien mit integrierten Barista-Schulen – jeder Bezirk Berlins hat etwas Besonderes zu bieten. Ob ein entspannter Morgen bei Kiez Kaffee Kraft im Prenzlauer Berg, ein Ausflug zu den experimentellen Brühmethoden bei Chapter One oder ein inspirierendes Cupping bei Five Elephant – jedes Café erzählt seine eigene Geschichte und zeigt, wie lebendig und vielfältig die Berliner Kaffeekultur ist.
Zum Abschluss deiner Kaffeetour: Nutze die zahlreichen Tipps, plane deine Route nach Bezirken und erlebe, wie Tradition und Innovation in der Berliner Kaffeewelt verschmelzen. Die Leidenschaft der Berliner Röster und Baristas ist in jeder Tasse spürbar – und wartet nur darauf, von dir entdeckt zu werden.
FAQs
Was macht die Third-Wave-Coffee-Szene in Berlin so besonders?
Die Third-Wave-Coffee-Bewegung behandelt Kaffee als ein handwerklich hergestelltes Genussmittel – ähnlich wie guten Wein oder Craft-Bier. Hierbei stehen die Herkunft der Bohnen, nachhaltige Anbaumethoden, präzise Rösttechniken und der Einsatz professioneller Maschinen im Mittelpunkt. Gerade in Berlin wird diese Philosophie besonders konsequent gelebt: Bohnen werden in kleinen Chargen frisch geröstet, die Wasserqualität wird sorgfältig überwacht, und die Milch stammt oft von regionalen Bio-Bauernhöfen.
Berlin zeichnet sich durch eine vielfältige und dynamische Kaffeekultur aus. Röstereien wie Bonanza Coffee, Five Elephant und The Barn genießen einen hervorragenden Ruf für ihre handwerkliche Präzision, verantwortungsvolle Beschaffung und den Fokus auf natürliche Aromen. Diese Mischung aus Qualität, Nachhaltigkeit und einer aktiven Community macht Berlin zu einem der wichtigsten Hotspots der Third-Wave-Coffee-Szene in Europa.
Welche Zubereitungsmethoden sind in Berlins Third-Wave-Cafés besonders beliebt?
In Berlins Third-Wave-Cafés dreht sich alles um die Details: von der Herkunft der Bohnen über deren sorgfältige Röstung bis hin zur Qualität von Wasser und Equipment. Jedes Element wird mit Bedacht ausgewählt, um das Beste aus jeder Tasse Kaffee herauszuholen.
Während spezifische Zubereitungsmethoden wie Pour-Over, Aeropress, Siphon oder Espresso in den verfügbaren Quellen nicht im Detail beschrieben werden, steht eines fest: In diesen Cafés geht es um handwerkliches Können und Präzision. Jede Methode wird so eingesetzt, dass die Aromen der Bohnen perfekt zur Geltung kommen.
Wer den wahren Geist der Third-Wave-Bewegung erleben möchte, sollte die verschiedenen Cafés selbst erkunden. Jedes hat seinen eigenen Stil und besondere Spezialitäten, die es zu entdecken gilt. Es ist eine Reise durch die Welt des Kaffees – direkt in der Hauptstadt.
Wie plane ich eine perfekte Tour durch Berlins Third-Wave-Cafés?
Eine perfekte Kaffeetour durch Berlin führt dich durch die angesagtesten Viertel der Third-Wave-Kaffeeszene. Beginne in Neukölln, wo Mikro-Röstereien wie Five Elephant für ihre erstklassigen Kaffees und hausgemachten Backwaren bekannt sind. Von dort aus geht es weiter nach Kreuzberg, ein Mekka für experimentelle Brühmethoden. Hier solltest du dir The Barn und Bonanza nicht entgehen lassen – beide bieten saisonale Single-Origin-Bohnen an, die Kaffeeliebhaber begeistern. Im Prenzlauer Berg findest du charmante Cafés wie den Greens Coffee Shop, die mit hochwertigen Pour-Overs und einer entspannten Atmosphäre punkten.
Um deine Tour effizient zu gestalten, plane sie entlang einer U-Bahn- oder S-Bahn-Linie, etwa der U8 oder dem S-Bahn-Ring. Markiere die Cafés deiner Wahl auf einer digitalen Karte und checke vorher die Öffnungszeiten – die meisten öffnen zwischen 08:00 und 18:00 Uhr. Pro Stopp solltest du etwa 30 bis 45 Minuten einplanen, um den Kaffee in Ruhe zu genießen und vielleicht ein paar Bohnen für zu Hause mitzunehmen. Ein Tagesticket für den öffentlichen Nahverkehr kostet rund 8,80 € (Stand 2026) und ermöglicht dir maximale Flexibilität.
Zum Abschluss deiner Tour lohnt sich ein Kaffeeworkshop oder eine Cupping-Session. Viele Röstereien bieten solche Veranstaltungen regelmäßig an – eine wunderbare Gelegenheit, dein Wissen über Spezialitätenkaffee zu erweitern und neue Geschmackswelten zu entdecken.